Mittwoch, 31. August 2016

Be wild!

Habt ihr bei der "Hamburger Liebe" schon ihre neuen coolen Designs für Jungs gesehen?
"Be wild" kommt daher in Begleitung von Grizzly, Bär und Wolf, da dürfte für jeden etwas dabei sein.
Vor den Ferien hab ich immerhin schon drei Teile geschafft, die auch bereits fest in der täglichen Kleiderauswahl verankert sind. 
 
Das nächste Teil ist bereits zuschnitten und wartet, wenn hier der Alltag mit Schule wieder eingekehrt ist, auf seine Vollendung.
"Be wild" gibt es ab November beim Stoffhändler eures Vertrauen!

LG von Caro

Montag, 29. August 2016

Buchempfehlung: "Niemandsland" von Rhidian Brook

Ein Buch über das Nachkriegshamburg:
"Niemandsland" von Rhidian Brook

1946 wird Colonel Lewis Morgan nach Hamburg beordert. Sein erster Eindruck der einst stolzen Stadt ist verheehrend: der Dammtorbahnhof ein Ort der Verzweifelten und Suchenden, die Stadt in Trümmern, die Spur des Feuersturms, die den Blick ungehindert von St. Pauli bis nach Altona frei gibt, die Trümmerkinder und Vertriebenen, die Gerüchte um einen aus Hagenbeck entlaufenden schwarzen Panther im Jenischpark ... Wie damals üblich, beschlagnahmte die britische Armee für ihre höchsten Offiziere Häuser in den Elbvororten, herrschaftliche Villen, die die Bombennächte fast unbeschadet überstanden hatten. Und die Bewohner? Sofern sie noch in ihren Häuser lebten, wurden sie ausquartiert. Schließlich war man nicht müßig zu betonen, dass alle Deutschen Nazis seien, niemandem war zu trauen, vor allem nicht, wenn er noch keinen "Persilschein" hatte. Doch Morgan war schon immer anders, ein Mann mit hohen moralischen Ansprüchen. Obwohl er im Krieg Schreckliches erlebt hat, sieht er noch immer die Menschen, auch in seinen ehemaligen Feinden. Und so kommt es, dass er Stefan Lubert und seiner Tochter anbietet, im Haus zu bleiben, zusammen mit ihm. Zwar müssten sie mit der Dachkammer des ehemaligen Chauffeurs vorlieb nehmen, aber sie müssten nicht ausziehen. Eine befremdliche Situation für beide Seiten, die sich noch verstärkt durch die Ankunft seiner Frau und Edmund, dem inzwischen einzigen Sohn. Werden sie sich zusammenraufen? Kann seine Frau Rachel vergessen, dass die Deutschen ihren zweiten Sohn getötet haben? Und sind nicht alle Deutschen verschlagene Monster, so wie in der Broschüre beschrieben, die an die Angehörigen der Armee ausgeteilt wird?

"Gleich werden Sie einem fremdem Volk in einem fremden, feindlichen Land begegnen. Halten Sie sich unbedingt von den Deutschen fern. Gehen Sie auf der Straße nicht neben ihnen, schütteln Sie ihnen nicht die Hand, besuchen Sie sie nicht in ihren Wohnungen. Verzichten Sie auf gemeinsamen Sport und sonstige Veranstaltungen. Versuchen Sie nicht, freundlich zu sein - das wird Ihnen als Schwäche ausgelegt. Weisen Sie die Deutschen in ihre Schranken. Zeigen Sie keinen Hass, das würde den Deutschen nur schmeicheln. Bleiben Sie stets kühl, korrekt, knapp und würdevoll auf Distanz. Jedes Fraternisieren ist unerwünscht."


Keine leichte Kost! 
Wie immer beim Lesen von Büchern über das Nachkriegshamburg überkommt mich ein Schauer, wenn ich mir vorstelle, wie schrecklich die ersten Jahre nach 1945 gewesen sein müssen. Viele Orte, die in dem Buch beschrieben werden, kenne ich selbst, sie liegen auf meinen täglichen Wegen durch die Stadt und in den Elbvororten bin ich groß geworden. Brook schreibt seine Geschichte leise und eindringlich, manchmal ein bißchen kitschig, aber oft auch beklemmend und schonungslos. Besonders gefallen hat mir, dass sein Großvater ihn zu dieser Geschichte inspiriert hat, denn der war in Hamburg stationiert und lies damals die deutsche Familie mit in seinem Haus wohnen.

LG von Caro

PS:
Wer noch mehr über das Hamburg kurz nach dem Krieg lesen möchte, dem empfehle ich außerdem die drei Krimis von Cay Rademacher mit Oberinspektor Stave, "Am Beispiel meines Bruders" von Uwe Timm oder das vor kurzem besprochene "Trümmergöre" von Monika Held.

Samstag, 27. August 2016

Auslosung Charliebag

Ihr Lieben!
Vielen, vielen Dank für die ganzen Glückwünsche! 
Besonders gefreut hat mich, dass so viele schon so viele Jahre mitlesen und viele Anregungen mitnehmen konnten. Und so viele haben schon Charlies genäht oder machen bei "12 von 12" mit oder vertrauen meinem Buchgeschmack, das ist so toll!

Ich hab schnell mal per Zufallsgenerator ausgelost und die glückliche Gewinnerin der Kännchen-Charlie ist:
Liebe Karin, bitte melde Dich per mail bei mir (im Profil), damit sich Deine Tasche schnell auf den Weg machen kann.

Ein wunderschönes Wochenende und LG von Caro

Mittwoch, 24. August 2016

Unglaublich: 9 Jahre "Draußen nur Kännchen"-Blog (Verlosung)

Am 17. August ist mein Blog klammheimlich 9 Jahre alt geworden! 

Bei Bloggertreffen bezeichne ich mich in der Vorstellungsrunde inzwischen gerne als "Blog Oma", denn so eine lange Zeit ist schon erstaunlich, wie ich finde! Und was in so einer langen Zeit alles passiert ist: meine großen Kinder sind inzwischen schon in der Mittelstufe (und die doppelte Pubertät ein ständiger Begleiter), der kleinste Mitbewohner wurde geboren und kommt nach den Sommerferien bereits in die 2. Klasse. Ich habe durch den Blog wieder die Freude an der Nähmaschine gefunden und darf inzwischen unzählige Bücher für die verschiedensten Verlage rezensieren. Ich kann durch den Blog an Reisen teilnehmen und darüber berichten und coole Events flattern in mein Postfach. Einen interessanteren Beruf als den des Bloggers kann ich mir kaum vorstellen. Und dazu kommen eure unzähligen Kommentare und Anregungen, Freundschaften sei es in echt oder per mail. Wer immer behauptet, das Netz sei anonym und würde zur Vereinsamung führen, der hat keine Ahnung. Natürlich ist es auch ein großer Zeitfresser, aber es lohnt sich so seine Zeit zu investieren. Auch nach 9 Jahren blogge ich noch immer gerne, auch wenn es teilweise hier etwas ruhiger geworden ist. Aber die Kinder wollen nur noch in Ausnahmefällen benäht werden und all die Bücher, die ich euch ans Herz lege, müssen ja auch gelesen werden. 

Langer Rede - kurzer Sinn: 
ohne euch Leser wäre das alles überhaupt nicht möglich. 
Und darum habe ich mich heute an die Nähmaschine gesetzt und für euch eine Charliebag genäht, aus lang gestreichelten Grazielaherzen und natürlich mit gestreiftem Gurtband, wie es für meine Art der Taschen so typisch ist. Diese möchte ich als Dankeschön für eure jahrelange Treue unter euch verlosen.
Wer also in Zukunft mit einer echten Kännchen-Charliebag einkaufen gehen möchte, der hinterlässt unter diesem Posting einen Kommentar. Wer anonym kommentiert, gibt bitte eine gültige email-Adresse an. Doppelte Kommentare sind doof und machen mir beim Löschen viel Arbeit. 
Der Lostopf schließt seinen Deckel am Freitag, den 26.08.16 um Mitternacht
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!

LG von Caro

Montag, 22. August 2016

Buchempfehlung: "Elanus" von Ursula Poznanski

Heute ganz frisch in den Buchläden:  

Jona ist gespannt. Was ihn wohl erwartet mit seinem Vollstipendium an der Viktor-Franz-Hess-Privatuniversität? Endlich kann er allen beweisen, dass er ein Mathegenie ist. Klar, er ist erst 17 und wirkt, im Vergleich zu den anderen Studenten, wie ein Kind. Aber er wird ihnen schon zeigen, dass er zu Recht an dieser Uni ist, notfalls mit seiner großen Klappe, die er vor allem seinen fehlenden sozialen Kompetenzen im Umgang mit seinen Mitmenschen zu verdanken hat und die ihn auch prompt gleich am ersten Tag ordentlich in Schwierigkeiten bringt. Dabei wollte er eigentlich nur Linda beeindrucken, hübsch und unerreichbar und an ihm noch vollkommen desinteressiert. Aber er wäre nicht Jona, wenn er so einfach aufgeben würde. Nicht umsonst ist er auch technisch sehr begabt und hat sich einen kleinen Helfer gebaut: "Elanus", eine Drohne - leise, geheim und steuerbar aus dem Zimmer seiner Gastfamilie. Alles, was er braucht, ist die Handynummer seines "Opfers" und schon er kann sie losschicken, um zu spionieren und in die Privatsphäre andere einzudringen, um dies zu seinem Vorteil zu nutzen. Skrupel diesbezüglich sind ihm fremd.

"Er startete den Aufnahmemodus, holte sich Lindas Augen, ihr zerzaustes Haar, ihr ganzes Zimmer auf seine Festplatte - er würde das alles künftig abrufen können, so oft er wollte." 

Doch alle seine Bemühungen scheinen umsonst, Linda lässt ihn abblitzen und das kann und will Jona sich nicht bieten lassen. Gekränkt macht einen folgenschweren Fehler, der ihn in tödliche Gefahr bringt, als er Dinge herausfindet, die nicht dazu bestimmt sind, an die Öffentlichkeit zu gelangen. Denn irgendjemand hat gewaltig etwas dagegen und wird dies mit allen Mitteln zu verhindern versuchen.

Wie immer prefekt recherchiert und ein echtes Lesevergnügen!

LG von Caro

Samstag, 20. August 2016

(nachgereicht) 12 von 12 - August 2016

Schnell reiche ich euch noch meine "12 von 12" für den August nach - frisch aus unseren Sommerferien von Mallorca:
Auf dem Grundstück unserer Finca waren sehr viele Feigenbäume, die alle unter der Last der reifen Früchte fast zusammenbrachen
also hab ich morgens immer erstmal ein paar Feigen frisch vom Baum für unser Frühstück gepflückt

Freitag, 12. August 2016

12 von 12 - August 2016

Heute ist wieder "12 von 12"! 
Habt ihr noch Ferien oder hat bei euch der Alltag schon wieder begonnen? Ich bin gespannt.
"Die Liste" erscheint wie immer um 17 Uhr!  
Bis später!

 LG von Caro


Donnerstag, 4. August 2016

Ferienleseliste

Viel wichtiger als Kofferpacken: das Zusammenstellen der richtigen Ferienlektüre für den Urlaub ;o)

Früher war das wirklich nicht einfach, schließlich hatte ich noch keinen eReader und musste mich tatsächlich auf bestimmte Bücher festlegen. Mit Schrecken erinnere ich mich an meinen durchgelesenen Bücherstapel im Dänemarkurlaub und die anschließende ernüchternde Suche nach neuem Lesestoff im örtlichen Supermarkt ... inzwischen nehme ich neben ein paar gebundenen Büchern auch den Kindle mit und bin immer auf der sicheren Seite. Meist mach ich mir auf dem Kindle einen Ordner mit den Büchern, die ich lesen möchte, oft werden es aber auch ganz andere.
 Dieses Jahr finden sich dort auch wieder viele englische Jugendbücher. Die lese ich inzwischen nämlich fast ausschließlich im Original: zum einen macht es einfach Spaß und ich merke fast keinen Unterschied mehr ob englisch oder deutsch, zum anderen muss man nicht auf die deutsche Übersetzung warten und kann sich über teilweise sehr niedrige Buchpreise für viele Seiten freuen.

Und was habt ihr im Urlaub gelesen?

LG von Caro

Dienstag, 26. Juli 2016

Ferienmodus

Der Blog befindet sich im Sommerferienmodus. Nachdem dieses Wochenende endlich die Sonne ihren Weg in den hohen Norden gefunden hat und es fast zu warm ist, genießen meine Kinder und ich die ersten Ferientage in vollen Zügen.

Dienstag, 12. Juli 2016

12 von 12 - Juli 2016

Frühstückschaos und eine volle Spülmaschine und ein leerer Kühlschrank ... hallo Dienstag!


Montag, 11. Juli 2016

DIY-Nacht

Am Samstag hatte ich etwas besonders Schönes vor: 
ich war bei der DIY-Nacht von Imke Klattenhoff in Bahrenfeld. 
Von 17 Uhr bis Mitternacht habe ich mit vielen anderen Frauen zusammen genäht, gebastelt und gefaltet.

Vorab hatte man sich drei Workshops aus den angebotenen fünf ausgesucht und wurde in Gruppen eingeteilt. Meine erste Station war ein Armband mit Perlen. Gut, dass ich schon Erfahrung mit Paracord hatte, denn der Grundknoten (den viele auch von Makramee noch kennen dürften), kam mehrfach zum Einsatz. Danach wurden die Perlen kreuzförmig eingewoben und sschon war das Armband fertig. 
 Auch für Anfänger ein schönes Startprojekt!

Donnerstag, 7. Juli 2016

Dinge, die glücklich machen

Im hohen Norden weiß der Sommer nicht so recht, was er eigentlich will. Eigentlich kann man sich nie darauf verlassen, ob man nicht trotz strahlendem Sonnenscheins nachmittags von sturzbachähnlichen Regenfällen komplett durchnässt wird. Ein Grund mehr, sich an Dingen zu erfreuen, die nichts mit dem Wetter zu tun haben:
zB habe ich es endlich mal geschafft, eine Kochtüte von Chris zu kaufen, der steht nämlich immer ab 16:30 an der U-Bahnstation Hoheluft und verkauft aus seinem Lastenfahrrad heraus ein Abendessen für wahlweise ein oder zwei Personen. Zu Hause muss man dann nur noch alles auspacken, Rezept durchlesen und loskochen. Was mir besonders gefällt: kein Schnickschnack, kein stundenlanges Stehen in der Küche, höchstens 30 Minuten und das Essen steht auf dem Tisch. Und va keine Reste von komischen Zutaten, alles aus der Tüte wird verbraucht! Toll! Diesmal gab es Kichererbsencurry mit Chili, Kokos und Koriander und das war so köstlich, dass es davon auch leider kein Bild gibt.

Oder ich hab mich über ein fröhliches Sommerpaket vom Atlantik-Verlag gefreut, mit Flaschenpost, Windrad, leckersten dänischen Fruchtbonbons passend zu ihrem neuen Buch "Die vier Jahreszeiten des Sommers". 

Das Buch muss aber noch etwas warten, denn zur Zeit versinke ich wieder in einer ganz anderen Welt voller Feen und Sagen. Schon der erste Teil "A Court of Thorns and Roses" hatte mich fasziniert, der zweite Teil "A Court of Mist and Fury" nimmt gerade unglaublich an Fahrt auf. Sarah J. Maas ist wirklich eine Meisterin, wenn es darum geht, verschiedenste Protagonisten aufeinander loszulassen: ist man in einem Kapitel noch voll auf der einen Seite und sicher, dass hier "Der Gute" zu finden ist, dreht sich alles im nächsten Abschnitt vollkommen in die andere Richtung. Natürlich muss man Fantasy mögen, sich einlassen auf eine Welt voller Magie und Geheimnisse, aber belohnt wird man durch tolle Gestalten und Verstrickungen, aber auch brutale Schlachtszenen und wer schon immer mal wissen wollte, was "Gemetzel" oder "Blutvergießen" auf englisch heißt, der lernt gleichzeitig noch neue Vokabeln... Ich kann nur auch immer nochmal die "Throne of Glass"-Serie von ihr empfehlen, wer sich an keine englischen Bücher traut.

Und darum stört es auch nicht, dass ich unsere Zeitung nach dem Lesen eigentlich täglich in diverse durchnässte Kinderschuhe stopfen muss, damit man sie am nächsten Tag wieder anziehen kann.

LG von Caro

Donnerstag, 30. Juni 2016

Das ist meins!

Neulich hab ich mein Aufladekabel fürs Telefon verschönert. 
Dafür habe ich gut 7 Meter (!) Paracord ganz locker um das Kabel geknüpft. Anleitungen wie das geht, findet ihr ganz viele auf Youtube. Die lockere Knüfung ist wichtig, damit das Kabel nicht beschädigt wird und es nicht zu einem Hitzestau kommt. So kann mein Kabel nicht mehr mit den tausend anderen hier im Haus verwechslt werden und sieht auch noch hübsch aus.

LG von Caro

Montag, 27. Juni 2016

Buchempfehlung: "Die Eismacher" von Ernest van der Kwast

Ganz anders als erwartet, nämlich viel besser: 
Die Familie Talamini aus einem kleinen Dorf in Italien, kann auf eine lange Tradition von Eismachern zurückblicken. 1891 hörte der Großvater Giuseppe zum ersten Mal davon, dass man Speiseeis herstellen kann. In jener Nacht, als er als Junge seinem Vater dabei half, Eis von den Hängen des Gletschers in riesige Waggons zu verladen, die durch den gerade fertiggestellten Gotthard-Tunnel transportiert werden sollten, besiegelte er das Schicksal sämtlicher nach ihm folgender Generationen. Denn in den darauffolgenden Jahren wanderte er jeden Sommer zu Fuss nach Wien, die schwere Eismaschine, eine Holztonne mit Metallzylinder und einer Handkurbel, auf seinem Rücken und verkaufte dort Eis in den verschiedensten Sorten. 

"Das Wichtigste ist ein gutes Rezept", erklärte der Eismacher. 
"Wie komme ich an ein gutes Rezept?" 
"Die besten sind geheim, aber eins kann ich dir geben. Wenn du damit zurechtkommst, musst du einfach etwas anderes ausprobieren." Als er weitersprach, dämpfte er die Stimme. "Alles ist möglich, man kann aus allem Eis machen."  
Worte eines Propheten.

So wurde auch der Vater ein Eismacher. Seit 57 Jahren betreibt er im Sommer ein Eiscafé in Rotterdam, zusammen mit seiner Frau. Und natürlich arbeiten dort auch seine beiden Söhne, wenn sie Zeit haben, Luca und Giovanni. Und es ist keine Frage, dass sie das Eiscafé in die nächste Generation führen werden, ohne Murren, ohne Fragen, weil es die Tradition so will.

"Eismacher weinen nicht, sie schwitzen. Sie leiden, sie haben keinen Sommer, sie haben kein Leben."

Doch Giovanni ist anders. Er entdeckt die Liebe zur Lyrik, bricht mit der Familie und verlässt den Eismacherteufelskreis, der ganze Familien knechtet, ihnen keine andere Wahl lässt, sie von morgens bis abends über der Theke stehen lässt, um Kindern, Eltern, Studenten und Touristen die neuesten Kreationen zu überreichen. Er bereist die Welt, trifft Dichter und Poeten aus der ganzen Welt und kehrt doch immer wieder nach Rotterdam zurück, in das Eiscafé, das sein Bruder inzwischen mit seiner Frau und den Eltern betreibt, um sich ihren Vorwürfen zu stellen, warum ausgerechnet er meinte, das Leben hätte noch etwas anderes zu bieten als Eis.

Erwartet hatte ich eine locker-leichte Sommergeschichte über eine Eismacherfamilie, bekommen habe ich etwas ganz anderes: eine Geschichte, die die Härte dieses Lebens beschreibt, die Zerissenheit einer Familie, verletzte Gefühle und doch kann keiner ohne den anderen. Wie kann es jemand wagen, mit dieser ganzen Familientradition zu brechen und sich ein anderes Leben aufzubauen? Und dann auch noch Lyrik? Und gerade diese Mischung hat das Buch für ich besonders lesenswert gemacht. Auf der einen Seite die Beschreibung der Tradition, wie hat das erste Eis geschmeckt, dass der Großvater im Keller des Bergdorfes zusammen gerührt hat, nachdem er stundenlang am Fuße des Gletschers Eis gesammelt hatte? Was ist das Faszinierende am Eis, dass sich ihm ganze Generationen untergeordnet haben? Und auf der anderen Seite das Moderne, etwas das keiner außer Giovanni erfassen kann, die Liebe zum Wort, zur Poesie und die Beschreibung der verschiedenen Festivals zu Ehren verschiedenster Dichter auf der ganzen Welt.

LG von Caro

Donnerstag, 23. Juni 2016

Jerseyrock

Schon lange bin ich auf der Suche nach einem Schnittmuster für einen ganze einfachen Jerseyrock. Er sollte schnell zu nähen sein, ohne Taschen, oben mit Bündchen und gut sitzen. Gefunden habe ich ihn in der Ottobre 2/2010. Davon werde ich für den Sommer, der nun endlich auch im hohen Norden angekommen ist, bestimmt noch ein paar nähen. Ich mag diese Röcke: sie knittern nicht im Koffer, man kann sie schnell über den Bikini Richtung Strand ziehen und ist trotzdem nett angezogen. Den Saum unten hab ich wie immer mit der Zwillingsnadel versäubert.
Schnitt: Ottobre 2/10
Stoff: Stoffmesse

LG von Caro