Donnerstag, 5. April 2012

Buchempfehlung: Tschick (eBook)

Elektronisches Lesen statt Blättern ist für mich ganz neu. 
Im Urlaub hatte ich endlich mal Zeit dazu und hab "Tschick" von Wolfgang Herrndorf auf meinem iPad gelesen.


Wenn man 14 ist und in Ostberlin wohnt, kann das Leben schon hart sein. Dann kann es passieren, daß man plötzlich "Psycho" in der Schule genannt wird, nur weil man einen Aufsatz über den Alkoholismus der Mutter geschrieben hat. Oder daß der neue Mitschüler Tschick aka Andrej Tschichatschow in der Klasse schon morgens nach Alkohol riecht. Oder die Angebetete einen nie bemerkt. Und als dann die Sommerferien beginnen, der Vater sich lieber mit seiner Assistentin vergnügt, während die Mutter eine Entziehungskur macht, steigt man lieber in einen von Tschick geklauten Lada und fährt drauflos, Richtung Walachei, statt alleine am Pool rumzuhängen und Videospiele zu spielen. Ein Roadmovie, wie es so schön heißt. Natürlich geht nichts glatt und mal ganz davon abgesehen, daß man ja mit 14 noch gar nicht Autofahren darf, erleben die beiden Jungs allerhand skurrile Begebenheiten, die sich einfach toll lesen lassen, was auch an der lockeren Sprache des Autors liegt. Absolut empfehlenswert!

Lesen auf dem iPad hingegen ist gewöhnungsbedürftig. Man kann alles anpassen, Schriftgröße, Hintergrund, Schriftart, Helligkeit. Das finde ich irgendwie schon komisch, mal hat das Buch 100 Seiten mehr (große Schrift), mal weniger (kleine Schrift). Ich weiß eigentlich gerne, wieviel ich noch vor mir habe, das schwankt dann zwischen "Oh toll, noch 700 Seiten!" und "Oh nein, nur noch 50 Seiten!". Unten wird einem angezeigt, wieviele Seiten noch im Kapitel sind, auch ungewohnt, kann man aber natürlich ausblenden. Geblättert wird mit einer Wischbewegung, wobei ich gerne aus Versehen ganze Textblöcke markiert habe, ist aber natürlich alles eine Frage der Übung. Wahrscheinlich läßt es sich auf einem Kindle besser lesen, da er extra dafür entworfen wurde (falls mir jemanden einen zu Versuchszwecken sponsern möchte, gerne ;o), ich jedenfalls lese (leider) auf einem iPad noch schneller als so schon. Vielleicht, weil man mehr mit dem Auge erfasst, als bei einem Buch? Etwas nervös wurde ich, als es mal hakte und ich nicht weiterblättern konnte. Und auch diese Abhängigkeit von einem elektronischen Medium, um Lesen zu können, macht mich nicht gerade glücklich. Kann ja auch mal runterfallen oder einfach den Geist aufgeben und dann? Dann sitz ich im Urlaub und muß mir plötzlich Bücher vor Ort kaufen, welche natürlich meist nicht die sind, die ich lesen möchte. Nicht auszudenken ;o)

LG von Caro

Kommentare:

  1. das buch habe ich schon in meiner elektronischen bibliothek, aber noch nicht gelesen! ich lese fast nur noch auf dem ipad und finde es klasse! besonders klasse finde ich, daß man auf keine lichtquelle angewiesen ist und mit dem boonbag ist das echt chillig! das mit den seitenangaben fand ich am anfang auch etwas gewöhnungsbedürftig! glg von nana

    AntwortenLöschen
  2. Keine Angst, an die Wischbewegung ect. gewöhnst du dich schnell. Und ja, wenn das Teil im Urlaub kaputtgehen sollte, wäre das doof. So was kann allerdings bei normalen Büchern auch passieren (wenn wie letztes Jahr ich nach Italien, mein Koffer aber nach Tokio fliegt). Und dass man mehr Platz im Koffer hat, weil nicht noch sechs Bücher rein müssen, ist doch auch ganz nett!

    LG, Julia

    AntwortenLöschen
  3. ein wenig off topic, dennoch: Wolfgang Herrndorf schreibt ein sehr beklemmendes, aber sehr lesenswertes Blog: Arbeit und Struktur

    Zurückblättern und von vorne lesen!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für den Tipp! Das werde ich mir mal in Ruhe angucken.

      Löschen
  4. He,

    ich finde das Buch auch super . . . habe es vor einigen Tagen gelesen und es ist wirklich von vorne bis hinten spannend und lustig gut geschrieben . . . hast du noch mehr so tipps????

    Schöne Ostertage, Gruß, Claudia

    AntwortenLöschen
  5. Hallo Caro,

    ich habe seit 2 Jahren einen Sony eBook-Reader. Seit Dezember habe ich einen Tablett-PC und muß sagen, das Lesen auf dem speziellen Reader ist angenehmer. Vor allem hast Du absolut keine Spiegelung auf dem Bildschirm und kannst auch in der Sonne (z.B. am Strand) super lesen. Außerdem ist er natürlich kleiner, aber die Möglichkeit die Schriften zu vergrößeren oder zu verkleinern hast Du auch dort. Aber die Seitenzahl bleibt die gleiche...ein Buch hat gedruckt 100 Seiten, daß bleibt bei Sony so. Du hast dann halt je nach Größe der Schrift nach mehrmaligem Blättern die nächste Seite.
    Die Reader werden ja auch immer preiswerter und vor allem, zum Mitnehmen an den Strand ist deren Größe super.

    LG Andrea

    AntwortenLöschen
  6. Es geht nichts über das richtige Buch. Das Buch, das nach Buch riecht, dessen Seiten man durch die Finger flattern lassen kann. Das kann man auch überall hin mitnehmen und mal liegen lassen. Ich überlege gerade, ob man das iPad auch mit in die Badwanne nimmt? Meine Bücher hatten da schon so machen Unfall überlebt.

    Ich bin irgendwie ziemlich altmodisch. :)

    Liebe Grüße
    Tanja

    AntwortenLöschen
  7. also ich bin eher der verfechter vom gedrucktem wort! denn die hinterlassen mehr spuren (um hier jetzt nicht auszuholen nur kurz gesagt)!

    aber vielleicht bekommst du den dreh ja noch raus!

    liebste grüße sendet dir michèle

    AntwortenLöschen
  8. Ich habe nun fast schon ein Jahr meinen Kindle Keyboard und ich möchte ihn nicht mehr missen. Ich lese viel mehr und finde die Möglichkeit, Bücher wie MP3s zu speichern einfach genial! Im letzten Urlaub hatte ich 6 Bücher dabei...den Platz kann ich mir in Zukunft für Souveniers sparen.

    Die Kindle App habe ich zwar auch auf dem ipad, aber das Spiegeln nervt und meine Augen werden durch das beleuchtete Display schneller müde.

    Und dass man viele Bücher kostenlos oder in der englischen Version sehr viel günstiger bekommt finde ich noch ein zusätzliches Plus!

    @Geherztes: Genau das haben schon viele meiner Freunde gesagt und ca. 75 % dieser Leute haben jetzt auch nen ebook Reader und wollen nicht mehr drauf verzichten. ;-)

    LG, Tine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. geht mir genauso :) ich finde das iPad vor allem auch ziemlich schwer zum entspannten lesen. ein großer vorteil meines kindle ist für mich, dass mir nicht mehr die handgelenke einschlafen, wenn ich im bett lese. selbst mit meiner recht schweren leselampe ist es immer noch leichter als so mancher wälzer. weiterer vorteil: ich lese unheimlich viele "indie"-bücher, die ich im handel so wahrscheinlich gar nicht bekommen würde. auf papier gedruckte bücher lese ich trotzdem immer noch ziemlich oft.

      Löschen
  9. Das Buch ist wirklich klasse. Meine Tochter (8. Klasse) wird es jetzt in Deutsch in der Schule lesen und ich denke, die Kids werden begeistert sein.
    Papier und ein echtes Buch sind mir in der Vorstellung einfach angenehmer als ein elektronisches Medium, von dem man dann abhängig ist.
    LG
    Susanne

    AntwortenLöschen
  10. Bücher mag ich auch lieber auf Papier gedruckt lesen und anschließend ins Bücherregal stellen (ok. das selbe hab ich auch von Schallplatten und CD´s gesagt...).

    Tschick war genau meines ... eines der wenigen Bücher, bei denen man wehmütig wird, wenn es zu Ende geht, weil man den Protagonisten am liebst noch ein, zwei Jahre weiterbegleiten möchte und wissen will, was aus ihm dann so wird ...

    Christel

    AntwortenLöschen
  11. Ich bin vor kurzem auf Deinen Blog gestossen und gucke hier sehr gerne immer wieder rein :) Ich habe auch schon seit ueber einem Jahr einen Kindle Keyboard und lese leidenschaftlich gerne darauf. Ich war anfangs sehr skeptisch denn ich konnte mir nicht vorstellen kein "richtiges" Buch vor mir zu haben. Seitdem ich mein iPad habe, lese ich vor allem Abends auch mal oefter auf meinem Kindle iPad App, aber tagsueber, vor allem im Garten oder am Strand ist mein Kindle ein "Must have"! Fuer mich ist am Ende nur wichtig, dass ich etwas schoenes gelesen habe... ob nun auf einem E-reader oder auf Papier :) Und danke fuer den tollen Buchtip, da muss ich mal auf Amazon stoebern :)

    AntwortenLöschen
  12. ...oh wie cool, das Buch hab ich mir letzte Woche gekauft - in der Papierversion - und werde es hoffentlich über Ostern "verschlingen" können!

    AntwortenLöschen
  13. habe es schon gelesen-in Papierversion !
    Fand es super!

    AntwortenLöschen
  14. Ich finde auch diese Abhängigkeit von Technik und elektrischem Strom bedenklich. Ich mag auch einfach die Haptik eines echten Buchs. Ich stelle sie mir auch gern als gelesene Trophäen ins Regal. Und ich finde es wunderbar, meinen Kindern meine alten Kinderbücher weiter zu geben. Ob wohl in fünf oder zehn oder zwanzig Jahren die heutigen elektronischen Bücher noch gelesen werden können? Sicher will man das nicht bei allen Titeln. Und wer viel liest, tut damit vielleicht sogar etwas Gutes für die Wälder. Aber ich lese eher weniger, dafür aber manche Bücher fünfmal. Und ich mag es, wenn man das meinen Büchern auch ansieht.

    AntwortenLöschen
  15. Danke für den Tipp! ich stelle es mir auch nicht so toll vor auf einem elektronischen Medium zu lesen. Ich bleibe erstmal beim Papier ;-)

    LG Beate

    AntwortenLöschen
  16. Hallo Caro,

    ich wünsche mir zum Geburtstag einen Kindle. Immer habe ich im Urlaub entweder viel zu viele Bücher dabei und ärgere mich, weil ich sie rum geschleppt habe und sie Platz im Koffer weg genommen haben, oder ich habe zu wenig dabei und ärgere mich und muss mir vor Ort (sofern möglich) irgendwas schnell kaufen. Meist gibt´s da dann nur Schund...
    Daher ein eBook. (Sooo viel bin ich allerdings nicht auf Reisen, aber trotzdem)

    LG
    Martina

    AntwortenLöschen
  17. also ich kann mir irgendwie nicht vorstellen auf einem display meine bücher zu lesen, ich mag es mein buch in der hand zu halten. vllt ändert sich das irgendwann ja noch aber momentan bin ich mit richtigen büchern glücklicher!
    das buch tschick hat mich vor kurzem im buchladen schon so interessiert, ich glaub ich muss es jetzt doch mal kaufen!

    AntwortenLöschen
  18. Ich durfte letzte Woche den E-Book-Reader von Kobo testen, weil ich ihn meiner Mutter einrichten musste, und ich kann Deine Probleme und Bedenken vollkommen nachvollziehen. (Ohne was zu lesen im Urlaub: ein Alptraum!) Auch bei dem Reader hatte ich Probleme beim Blättern (vielleicht ist das beim Kindle ja besser?) und auch bei der Menüführung im Shop.
    Trotzdem habe ich mir fest vorgenommen, das im nächsten Urlaub mal auszuprobieren. Einfach wegen der Kilos die man einspart. Anstatt 8 oder 9 Bücher einfach nur so ein kleines Teil einzupakcen stelle ich mir schon praktisch vor.
    LG
    Tanja

    AntwortenLöschen
  19. hallöchen

    liebe caro, da bekommt man doch gleich lust sofort mit dem lesen anzufangen.
    glaube ich werde mir das buch zum geburtstag wünschen, vorerst aber noch in
    der alt bewährten buch-form.- mit nem e- book hab´ich mich noch nich befasst,
    aber schau mer ma..

    dir und deiner familie schöne ostern
    ute.

    AntwortenLöschen